„Windhunde werden aufgehängt“

zurück

 

„Das Urlaubsparadies Spanien ist für unzählige Hunde die Hölle. Die Vierbeiner werden erschlagen, vergiftet, aufgehängt“, schildert Spanisch-Dozentin Maria Dolores Knobloch (59) die Situation auf der Iberischen Halbinsel. Die Braunschweigerin mahnt Touristen, sich für das Schicksal von Tieren in dem südwest-europäischen Land einzusetzen.

 

Jedes Jahr vor Beginn der Feriensaison sind Tierfänger in Städten und auf Stränden unterwegs. Sie packen streunende Hunde, pferchen sie in enge Boxen und laden sie in Auffangstationen ab. „Meldet sich 20 Tage lang kein Besitzer, werden die Hunde getötet“, berichtet Tierschützer Jürgen Riemer (57). Um Kosten zu sparen, wird in den Auffangstationen mit Gift sparsam umgegangen. Der Todeskampf der Tiere dauert lange.“ Andere Hunde werden in die Kanalisation gestopft.

 

Mit dem Tode „bestraft“

 

Rassige Windhunde werden wegen ihrer Schnelligkeit und Wendigkeit zur Kaninchenjagd eingesetzt, andere flitzen in Hunderennen über die Piste. Verlieren die älteren Tiere an Schnelligkeit und Ausdauer, werden sie mit einem qualvollen Tod bestraft. „Die Hunde werden in Wäldern aufgehängt“, sagt Maria-Dolores Knobloch. In manchen Wäldern hängt an jedem Baum ein Windhund.“

 

Durch Verwilderung und intensive Zucht von Rassehunden vermehren sich Hunde erheblich. Überzählige Welpen würden in Mülltonnen gesteckt oder lebendig begraben, schildert die Deutsch-Spanierin das Geschehen in ihrer Heimat. Deutsche Touristen sollten das Leid der Tiere nicht ignorieren, bittet Maria Dolores Knobloch. Wegsehen helfe den Tieren nicht. Seien am Strand und in den Straßen keine streunenden Tiere zu sehen, könne der Tourist gewiss sein, dass das Leid in eine Auffangstation verlagert wurde.

 

Protest ans Konsulat

 

Der Vorschlag der Deutsch-Spanierin: Protestschreiben an das spanische Konsulat in Hannover, sowie das Urlaubsland wechseln. „Wenn die spanische Urlaubsindustrie wegen der Tierquälereien finanzielle Einbußen hinnehmen muss, besteht die Wahrscheinlichkeit, dass sich an dieser Situation etwas ändert.“

Darüber hinaus sollten Tierfreunde streunenden Vierbeinern die Chance auf ein besseres Leben bieten und sie in Transportkörben im Flugzeug mit nach Deutschland nehmen.

 

Die Spanisch-Dozentin versucht ihre Landsleute umzustimmen. Schulkindern bringt sie den Tierschutzgedanken nahe. Die 59-jährige ist realistisch: „Es wird lange dauern, bis ich spürbaren Erfolg habe“, sagt sie. „Nicht alle Spanier sind Tierquäler.“ Leider traut sich niemand, den Nachbarn wegen seines Verhaltens zu kritisieren.“

Link: www.galgohilfe-casas-ibanez.org


Quelle und copyright:

Text:  Braunschweiger Zeitung, Dieter Schäfer, 30.12.2005

Bilder: Maria Dolores Knobloch