Neuer Hund? Erstmal eingewöhnen!

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Wenn Sie den ersten Artikeln dieser Zeitschrift gefolgt sind, haben Sie sich einen Hund ausgesucht, die ersten Anschaffungen gemacht und sind nun bereit für den neuen Mitbewohner. Ah, da kommt er ja auch schon zur Tür herein. Och, ist der nieeeedlich! Was kommt jetzt?
Egal ob sie sich einen Welpen oder einen älteren Hund zugelegt haben, wichtig ist jetzt die richtige Eingewöhnung. Wenn sie Single und berufstätig sind, haben Sie sich idealer weise 14 Tage Urlaub genommen. Wenn Sie nicht alleine leben und einer von Ihnen größtenteils zu Hause ist brauchen sie sich keinen Urlaub nehmen, (wie denn auch). In beiden Fällen nehmen Sie sich aber erst mal nichts anderes vor. Sie schenken Ihre ganze Aufmerksamkeit Ihrem neuen Freund.
Die Betonung liegt auf „Ihre“, denn Sie laden bitte nicht gleich am ersten Tag die ganze Verwandtschaft, Bekanntschaft und alle Freunde ein, nur um Ihren ganzen Stolz Allen vorzuführen. Der erste Tag gehört nur dem Hund und Ihnen bzw. ihrer Familie. Kleine Spaziergänge, einige Streichel- und Spieleinheiten und schon sind Sie mitten in der Eingewöhnung.
Nein, auch am zweiten Tag, und sei er noch so niedlich, zeigen Sie ihn nicht überall herum. Ein wenig Besuch ist in Ordnung aber noch ohne deren Hunde. Begegnungen mit Hundebesuch starten Sie am dritten Tag erstmal draußen im Freien und können dann später in die Wohnung wechseln. Dies vermeidet Streitigkeiten oder ängstliches Verhalten. An den weiteren Tagen können Sie sich in dieser Art stetig steigern. So ist gewährleistet, dass Sich Ihr neuer Schatz erst einmal hauptsächlich an Sie gewöhnt, Sie als souveränen Führer akzeptieren lernt und eine gute Bindung zu Ihnen aufbaut gleichzeitig aber nicht von zu vielen Eindrücken überfordert wird. Es soll eben für beide Parteien eine ruhige Eingewöhnung sein.
Außerdem haben Sie so die Möglichkeit, sollte es hier und da zu Problemen kommen, festzustellen was genau der Auslöser war.
Gewöhnung ist dann auch das, was in den ersten Tagen, und danach natürlich auch, auf Ihrem Merkzettel ganz oben steht. Gewöhnung an Menschen und Hunde, an Geräusche und Gerüche, an alltägliche und besondere Situationen. Ein Fiffi der auf dem Land lebt muss auch mal die Stadt kennen lernen. Ein Bungalow-Hund sollte mal Fahrstuhl fahren. Was ist ein Gewitter und wieso sind da Hunde in diesem Fernsehding? Sie führen Ihren treuen Begleiter gekonnt durch neue Situationen und zeigen ihm die Welt. Zu Anfangs in sehr kleinen Einheiten und steigern sich langsam.
Derweil lernt der Hund auch seine (und Ihre) Schlaf-, Fress- und Gassirythmen kennen und auch wie es ist alleine zu sein. Denn daran gewöhnen sie in ganz nebenbei auch. Sie fangen mal mit 5 Minuten an, erhöhen dann in 10 oder 15- Minuten-Schritten.
Noch eines zum Schluss. Wenn Ihnen irgendetwas auffällt, Angst, Aggression, Fehlverhalten oder ungewohnte Reaktionen, dann machen Sie sich ruhig mal Notizen. Das hilft Ihnen beim nachlesen oder dann wenn Sie den Rat eines Fachmannes zu Hilfe holen.


© Alexander M. Ewald, Mobiler Hundetrainer

 

Alexander M. Ewald ist seit einigen Jahren als Mobiler Hundetrainer tätig und ist in Bielefeld und Herford tätig. www.learning-dogs.de

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Bilder: spanischehunde.de