Ein Hund braucht Bewegung

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…und das nicht zu knapp.
Es ist schon erstaunlich was man in manchen Hundebüchern zu lesen bekommt. Als Hundetrainer muss ich ja einige Bücher lesen. Da steht doch tatsächlich in manchen so genannten Fachbüchern geschrieben, dass 2 Spaziergänge pro Tag genügen würden. Noch erstaunlicher ist es, dass es tatsächlich Menschen gibt die das nicht nur glauben sondern auch danach handeln. Aber wie viel Auslauf braucht denn nun ein Vierbeiner und welche Arten von Bewegung sind gut für ihn?

Einleitend muss man erwähnen, dass es bei der Bewegung für Ihren Vierbeiner nicht nur um die körperliche Auslastung geht sondern auch um die geistige und seelische. Wauzi liest nicht, guckt kein Fernsehen und geht nicht jahrelang zu Schule. Trotzdem denken viele Menschen nicht daran, dass er seinen Kopf trotzdem gebrauchen sollte, und zwar ein Leben lang. Er muss neues kennen lernen, neue Gebiete erkunden und neue Erfahrungen sammeln. Für die Seele braucht er zwingend den Kontakt zu anderen Hunden und auch (aber eher nebenbei) Menschen. Sowohl das Spiel wie auch die Gefahr.

Die schlimmsten Fehler die man machen kann:
- Spaziergänge immer nur an der Leine, womöglich nur eine 2 Meter kurze Leine. Allein die Art der Bewegung entspricht schon nicht der natürlichen Art.
- Auslauf nur im eigenen Garten. Nichts ist langweiliger für Ihren besten Freund, ungefähr so als müssten Sie jeden Tag die gleiche Zeitung lesen.
- Kontakt zu anderen Hunden vermeiden. Selbst wenn Ihrem Liebsten dadurch Gefahr drohen könnte ist es enorm wichtig, dass selbst der kleinste Wuffi Erfahrungen mit Artgenossen sammeln kann.
- Immer die gewohnte Runde laufen. Ist laaaaangweilig und fordert weder den Geist noch die Seele heraus.

Spaziergänge
Täglich sollten Sie mindestens 3 mal mit Ihrem Hund raus gehen. Insgesamt sollten dabei mindestens 1,5 Stunden zusammen kommen. Bei vielen Rassen sogar deutlich mehr. Dabei sollte sich Ihr Schatz so frei wie möglich bewegen können, herumtoben, sprinten und kleine Spieleinlagen sollten fester Bestandteil dieser Gänge sein. Sie selbst gehen dabei immer voraus. Auf der Bank sitzen und den Hund selbst herumlaufen lassen gilt nicht. Erkunden Sie gemeinsam neue Strecken und Gebiete. Bieten sie Ihrem Vierbeiner Abwechslung. Schaufensterbummel mit ständigem stehen bleiben gehören bitte zu den Ausnahmen beim Gassi gehen.

Joggen, Nordic Walking und Co.
Sie machen Sport und Ihr Hund soll mit? Prima. Bei den meisten Laufsportarten machen Hunde gerne mit, da Ihr Lauftempo der natürlichen Bewegungsgeschwindigkeit Ihres Begleiters am nächsten ist. Genau wie Sie muss Ihr Hund die erforderliche Kondition für längere Läufe aber erst aufbauen.

Radfahren
Langsamere Fahrten sind für Wauzi kein Problem. Hier gilt was Kondition und Geschwindigkeit betrifft das gleiche wie beim joggen. Richtig Gas geben sollten Sie aber nur auf wenigen hundert Metern. Die meisten Rassen können nur für kurze Zeit stark beschleunigen und würden dann überhitzen.

Grundsätzliches
Wenn es uns Menschen wegen des schönen Sonnenscheins ins Freie zieht, würden wild lebende Hund oder Wölfe sich drinnen verkriechen. Wenn es draußen warm ist sollten Sie die sportlichen Aktivitäten in die Morgen- oder Abendstunden legen. Tagsüber gehen Sie entweder am Wasser entlang oder führen Trinkwasser mit sich, damit sich Ihr Wuffi erfrischen kann. Hunde können nämlich nicht so schwitzen wie wir, da Sie keine Schweißdrüsen auf der Haut haben. Der Temperaturabbau geschieht über die Pfoten und die Schnauze und dies macht den Hund viel empfindlicher gegen Hitze als uns.

 

Alexander M. Ewald ist seit einigen Jahren als Mobiler Hundetrainer tätig und ist in Bielefeld und Herford tätig. www.learning-dogs.de

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Bilder: spanischehunde.de