Auswirkung von Gesetzen auf Hunde

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Morgens auf dem Weg zur Arbeit begegnet uns öfters eine Frau mit einem noch jungen Hund. Dieser Hund knurrt und hat Angst. Aber nicht vor uns, sondern wegen seinem Frauchen. Wer ist nun gefährlicher - der Hund oder die Frau?

In der Verordnung zur Gefahrenabwehr Städte stehen viele Verbote für den Hundebesitzer, jedoch keinerlei Hinweise oder Hilfen. Leinenzwang mit kurzer Leine (max. 2 m), Einwirkungspflicht gegen Anspringen und ähnliches Erschrecken mit Androhung von Ordnungsgeldern in oft nicht unbeträchtlicher Höhe schrecken schon viele Hundebesitzer ab. Es ist natürlich auch unbestritten, dass es immer wieder Fälle von Übergriffen auf Menschen - besonders Kinder (wir berichteten) - gibt. Jedoch dürfte es in den meisten Fällen ausschließlich an den Besitzern liegen, ihre Hunde nicht im Griff zu haben. Was dann oft passiert ist, dass der Hund nach einem Wesenstest eingeschläfert wird, ohne Hoffnung auf Gnade oder eine 2. Chance.

Dies könnte man leicht ändern, in dem ein auffälliger Hund - inklusive dem Herrchen oder Frauchen - zum Hundetrainer geschickt wird und beide lernen, den anderen zu verstehen. Auch wenn sich danach der Hund immer noch aggressiv benimmt könnte man überlegen, ob es nicht doch am Besitzer liegt. Es sollte nur im absoluten Notfall erlaubt werden, solche armen Kreaturen zu eliminieren. Wir lassen Mörder auch wieder frei und geben ihnen eine weitere Chance. Tiere jedoch haben keinen Verteidiger.

Zurück zur Frau: Diese Dame zerrt an ihrem Hund wenn ihr Passanten entgegen kommen und hält ihn kaum noch an der Leine, sondern eher am Halsband fest, stellt sich oft vor den Hund oder läuft vom Bürgersteig auf die Strasse. Man braucht den Hund nur anzuschauen und er knurrt. Warum? Weil er lernt, dass andere Menschen gefährlich sein könnten und er lernt, Angst vor ihnen zu haben. Sein Frauchen lebt es ihm regelmäßig vor. Und dass schon, seit dem der Hund ein Baby war. Was kann man von diesem Tier erwarten, wenn es frei gelassen wird? Es wird natürlich weiterhin jeden Passanten anknurren oder sogar Schlimmeres anstellen. Sollte man es deswegen - wenn es zu einem Zwischenfall kommen sollte - auch einfach einschläfern?

In solchen Fällen müssten die Besitzer zum Wesenstest (und würden selbst oft durchfallen) und in einer Hunde-Menschenschule den richtigen Umgang mit dem Tier lernen. Denn im richtigen Leben auf der Strasse angesprochen, würden die meisten Besitzer doch nur selbst aggressiv reagieren. Wer will schon hören, dass er selbst falsch handelt?

Und Erziehung ist ein sehr zweischneidiges Schwert, dass auch ohne Hilfe nach hinten losgehen kann. Wir persönlich haben keine Hunde, aber Katzen. Unsere ersten beiden Miezen - speziell der erste Kater, der leider schon mit 7 Jahren verstorben ist - wurde von uns mit einer Wasserpistole und Anpusten bestraft. Laut "Lehrbuch" oder Hilfen anderer Besitzer. Die Konsequenz war, dass das arme Kerlchen ein Angsthase wurde und vor jedem Luftzug weglief. Es könnte ja ihm gelten. Unsere beiden jetzigen Miezen halten unbedarft ihre Nasen in den Wind, schnuppern und haben keinerlei Angst. Und das deshalb, weil wir sie nie mit dieser Methode bestraft haben.

Und was haben wir daraus gelernt? Das Tiere keine Angst vor etwas haben, was sie nicht kennen. Und kennen z.B. die Hunde keine Angst vor Menschen, dann reagieren sie auch nicht entsprechend, sondern kommen vielleicht auch einmal, um sich streicheln zu lassen. Auch das gibt es und ist ein Beweis für eine erfolgreiche Erziehung.

Vielleicht sollte auch einmal über diesen Weg nachgedacht werden und nicht immer nur Strafen verhängt und die Bürger verängstigt werden. Nur im Zuge einer Prävention kann man zukünftige Schwierigkeiten im Vorfeld erkennen und beseitigen. Und ein Tipp an die Frau mit ihrem Hund: Gehen Sie mit ihm auf die Menschen zu und lassen Sie ihm Luft, damit er merkt, dass die Menschen doch nicht soo böse sind, wie er glaubt ...
 


Quelle: Bad Vilbel online