Tierschutz in Griechenland: Kastrationen und Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung haben bei Kefalonia Animal Trust Priorität NEU

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22.02.2010 Jahresrückblick Fefalonia Animal Trust

 

2009 war ein schwieriges Jahr für Menschen und Tiere. Auch den griechische Verein Kefalonia Animal Trust hat die Wirtschaftskrise nicht verschont. Trotzdem ist es der Organisation auch im vergangenen Jahr wieder gelungen über dreihundert  Katzen und Hunde auf der ionischen Insel zu kastrieren. Auch konnten zahlreiche kranke, verletzte und vergiftete Hunde medizinisch versorgt und vor dem sicheren Tod gerettet werden. Durch die daraus resultierenden Tierarztkosten blieb natürlich kaum Geld für Tierfutter, daher bestreiten die Betreuer des privaten Tierheims, Pat und David Dolman, die Futterkosten aus eigener Tasche. Auch viele Tierfreunde, die auf der Insel bis zu  dreißig  Hunde und unzählige Katzen betreuen, sind seit einem Jahr  auf sich alleine gestellt.

Die Vermittlung der Hunde ins Ausland führt zwar zu keiner Lösung des Streunerproblems, würde aber eine Verbesserung der Lebensumstände wenigstens einiger bedeuten. Bisher war Kefalonia schlecht erreichbar, was sich auch auf die Vermittlung der Tiere, negativ auswirkte. Ab Mai 2010 wird die Insel jedoch auch aus Deutschland von AirBerlin wieder direkt von mehreren wichtigen Flughäfen wie Berlin, Hamburg, Hannover, Köln/Bonn, München und Münster angeflogen, so dass vielleicht doch ein paar Tiere mehr, als in der Vergangenheit, ausreisen können. Um dies verwirklichen zu können, werden aber dringend Flugpaten gesucht, die Tiere mit nach Deutschland oder Österreich nehmen. Dies ist – wie bei allen Vereinen üblich - mit keinerlei Kosten und/oder Mühen verbunden. Alle Gebühren und auch die Buchung übernimmt der Verein. Interessenten müssen sich lediglich melden, der Rest wird von Vereinsmitgliedern erledigt. Reisende, die Kefalonia mit dem Auto besuchen und bereit wären, ein Tier auf dem Rückweg nach Österreich oder Deutschland mitzunehmen, wären ebenfalls eine große Unterstützung. Auch hier entstehen keine Kosten und/oder Umwege. Das Tier wird an einem verabredeten Treffpunkt, der auf der normalen Reiseroute liegt, von seinen neuen Besitzern, seiner Pflegefamilie oder einem Helfer abgeholt

Während der Wintermonate besteht allerdings weiterhin kaum eine Chance auf eine Transportmöglichkeit. Bei der derzeitigen Welpenflut ist das natürlich eine Katastrophe, da weder das vereinseigene Tierheim noch die diversen Tierschützer und Pflegestellen auf Kefalonia, neue Tiere aufnehmen können. Die Geschichte  „Lindas Rudel“ beschreibt am Beispiel einer Engländerin, die auf einem privaten Gelände derzeit 42 Hunde betreut, die Situation der Tierschützer vor Ort.

Die steigende Anzahl der Streuner erhöht leider bei der einheimischen Bevölkerung und den Gemeinden alljährlich die Bereitwilligkeit Giftköder auszulegen, um sich des „lästigen Problems“ auf diese Weise zu entledigen. Dieses Sterben ist besonders elend, qualvoll und lange. Die Tiere krepieren regelrecht. Und selbst diejenigen, die diesem grausamen Schicksal entkommen, leiden in den Wintermonaten noch mehr als sonst. Die fehlenden Touristen bedeuten auch weniger Essensabfälle in den Hotels und damit weniger Futter für die Straßentiere. Hunger und daraus resultierende Immunschwächen und Anfälligkeit für Krankheiten sind die logische Folge. Auch für viele Pfleglinge bedeutet die jährlich wiederkehrende Welpenschwemme eine längere Wartezeit. Viele sind auf diese Weise bereits zu Dauerinsassen geworden, denn nur in seltenen Fällen werden Hunde, die älter als zwei Jahre sind, vermittelt.

Neben Sach- und Geldspenden, Flug- und Autopaten ist der Verein insbesondere auf der Suche nach zuverlässigen und verantwortungsbewussten Pflegefamilien in Österreich und Deutschland, die Hunden und/oder Katzen bis zu ihrer endgültigen Vermittlung ein gutes und liebevolles Zuhause bieten. Die Chancen auf Adoption erhöhen sich erheblich, wenn die Tiere bereits vor Ort sind. Viele Menschen wollen – was durchaus verständlich ist – nicht die „Katze im Sack kaufen“, sondern ihr künftiges Familienmitglied vorher besuchen und kennenlernen.

Für das Jahr 2010 steht wieder jede Menge Arbeit an, um möglichst vielen Streunern zu helfen. Hauptaugenmerk wird auch diesmal wieder darauf gelegt, dass möglichst viele Tiere kastriert werden, um die unkontrollierte Vermehrung einzudämmen und damit von vornherein Tierquälerei und –leid zu vermeiden. Es gibt viele Möglichkeiten zu helfen, jede ist wichtig und wertvoll und trägt einen großen Anteil am Erfolg.

Es ist vielleicht nicht die Welt, ein Tier zu retten, aber für dieses eine Tier ist es ein ganzes Leben.

Weitere Infos und Kontaktdaten finden Sie auf der Homepage des Vereins www.kefalonia-animal-trust.de

oder Sie melden sich bei der Kontaktperson für Deutschland Marion Geromin unter der Mail-Adresse: tierschutz.kuma@yahoo.de


 

 © Bilder und Text: Marion Geromin