Vorsicht Wanze
 

Mit 70 0000 Arten sind die Wanzen über die ganze Welt verteilt. Sie besitzen stechend saugende Mundwerkzeuge über welche sie ein Sekret verspritzen und somit den Wanzengeruch verbreiten.
Manche Wanzenarten sind für ihre sehr intensive Dufterzeugung bekannt und kommen in Deutschland sehr häufig vor. Viele Wanzen werden aufgrund des Sekretgeruchs als lästig empfunden, wenn sie, was im Herbst häufig geschieht, in Wohnungen eindringen. Einige Wanzenarten suchen im Winter zum Teil in größerer Anzahl Gebäude zur Überwinterung auf. Prominentestes Beispiel ist die häufige Graue Stinkwanze (Rhaphigaster nebulosa). Aber auch Einzeltiere häufiger Arten gelangen immer wieder zufällig durch geöffnete Fenster in Häuser oder durch Lichtschächte und Treppen in Kellerräume.

 

Das Sekret welches sie verspritzen wird im Brustkorb gebildet und über Bauchsegmente abgegeben. Die Sekrete dienen der Verteidigung und Abschreckung von Feinden und der innerartlichen Kommunikation. Sie bestehen aus ungesättigten Aldehyden. Alkoholen, Estern und Säuren.

 

Die Beerenwanze heißt nicht so weil sie sich von Beeren ernährt, sondern weil das Enzym, welches sie mit ihrem Rüssel injiziert die Beeren ungenießbar macht.
Die Feuerwanze lebt gesellig an Linden oder nahe verwandten Pflanzen und ist eine der häufigsten Wanzen Deutschlands.

 

Bei hautempfindlichen Menschen können Rötungen und auch Blasen nach dem Kontakt mit dem Wehrsekret auftreten. Diese sind aber relativ harmlos. Größere Schäden verursacht diese pflanzensaugende Wanze meist in Nahrungsmittel welche durch das versprühen des Sekrete ungenießbar werden ( z. Bsp. Ausbreitung in Getreidelagerhäusern).

 

Es sind vereinzelt Fälle beobachtet worden in denen Beerenwanzen (Dolycoris baccarum) und Feuerwanzen (Pyrrocoris apterus) zur Gefahr für Haustiere geworden sind.

 

Das Fell würde einen Kontakt des geringen Sekrets mit der Haut verhindern. problematisch wird es, wenn, so wie im folgenden Fall geschildert, das Gift direkt in Auge trifft.

So berichtet Claudia P. aus Willich: "Als der Bauer die Weide gemäht hatte, kamen einige Beerenwanzen auf unsere Terrasse geflogen. Meine kleine Luna, ist natürlich sofort auf diese kleine rötliche Wanze zugelaufen und wollte daran schnuppern. Plötzlich sah ich, wie Luna zurückspringt und sich längere Zeit ein Auge rieb. Ich dachte, das Tier ist ihr ins Auge geflogen. Sie ging aber wieder zu dem Tier hin, um noch mal daran, diesmal mit einiger Entfernung, zu schnuppern. Wieder springt sie zurück und leckt sich die Nase. Immer wieder reibt sie sich das rechte Auge an diesem Sonntag. Am nächsten Morgen war das Auge zu, hat aber nicht geeitert. Der Tierarzt diagnostizierte eine Verätzung auf der Hornhaut, ca. 2 mm groß.
Man konnte es deutlich durch die fluoreszierenden Tropfen erkennen."

 

Demnach ist folgendes zu beachten:

 

- Vermeiden Sie den Kontakt zwischen Insekten und Haustieren, besonders bei Arten die Sie nicht kennen.

 

- Sollten Augen oder Schleimhäute von Sekreten getroffen sein, wie bei Verätzungen aller Art, spülen sie bitte mit viel Wasser aus.

 

- Suchen Sie einen Arzt auf und nehmen Sie das verursachende Insekt oder ein Bild davon mit. Das hilft bei der Diagnose und hilft -eventuell- neue Zusammenhänge herzustellen.

Beerenwanze mit ausgeprägten Farben

Beerenwanze eher "blass"

Feuerwanze

 
 
 
 
 

Copyright: Alexander M. Ewald; spanischehunde.de