Der Horror von Sant Antoni (Ibiza)
 

 

25.03.2013 Ibiza

 

Die Tiere hatten offene Geschwüre, verursacht durch Bewegungslosigkeit. Sie mussten extreme Temperaturen erleiden und vegetierten zwischen ihren Exkrementen dahin.


Die Polizei von Sant Antoni (Ibiza) leitete am vergangenen Freitag gerichtliche Schritte gegen den Inhaber einer Finca ein, auf der verhungerte Podencos Ibicencos (iberische Podencos) gefunden wurden. Weitere Hunde der selben Rasse zeigten klare Anzeichen von Misshandlung und Vernachlässigung. Die Tiere waren so lange angekettet, dass viele von Ihnen offene Geschwüre am Hinterleib aufwiesen, eine Folge von fehlender Bewegungsmöglichkeit. Andere hatten als einzige Rückzugsmöglichkeit eine Tonne, so dass sie unglaublich hohen Temperaturen ausgesetzt waren, wenn die Sonne das Metall erhitzte. Dazu kam, dass sie weder Zugang zu Futter noch zu Wasser hatten.

Die Anzeige eines Rathausmitarbeiters, bei der zuständigen Verwaltungsstelle der Regierung über mögliche tierquälerische Aktivitäten, alarmierte die Presse. Daraufhin setzte sich die Polizei in Bewegung und fand bei einer ersten Inspektion den Kadaver eines Pondencos, nur wenige Meter von einem Wassernapf entfernt. 8 weitere Hunde, die völlig verängstigt und verstört wirkten, wurden in erbärmlichem vernachlässigtem Zustand gefunden.

In diesem Moment begann die Suche nach dem Täter. Ein 50-jähriger Mann gab zu, der Besitzer der Tiere zu sein. Die Polizei stellte Strafantrag wegen Tierquälerei an Haustieren, nachdem bei einer gründlichen Inspektion mehrere tote und weitere vernachlässigte Tiere aufgefunden worden waren.

Tierquälerei an Haustieren: Was bedeutet diese Beschuldigung in der Realität?

Abgesehen von den Tierschutzgesetzen der verschiedenen Kommunen, gilt es der Gesetzesänderung des Strafrechts von November 2010 besondere Beachtung zu schenken: In Art. 337 heißt es: Jeder der ein Haustier oder ein gezähmtes Tier ungerechtfertigt quält, so dass es stirbt, verletzt oder seine Gesundheit schwer beschädigt, wird mit einer Gefängnisstrafe von drei Monaten bis zu einem Jahr bestraft. Angehörige von Berufen die mit Tieren zu tun haben, werden mit einem Berufsverbot von einem bis zu drei Jahren belegt. Diese Gesetzesänderung ist ein Fortschritt, denn vorher gingen Tierquäler straffrei aus. Zwar werden die Gefängnisstrafen kaum wirklich vollzogen, aber immerhin gilt der Täter, einmal verurteilt, als vorbestraft.

Werfen wir nun eine Blick auf die Länder-Gesetze. Im Fall der Balearen heißt es im Tierschutzgesetz: Wer ein Haustier besitzt ist verpflichtet, es in guten gesundheitshygienischen Bedingungen zu halten. Es ist verboten das Tier zu foltern, zu quälen, ihm Schaden oder unsinnig Leiden zuzufügen, sowie es zu vernachlässigen oder nicht artgerecht zu ernähren. Die Bewegungsfreiheit eines Tieres einzuschränken, ist ebenfalls ein Vergehen.
 

In Peseten?


Die Konsequenzen? Geldstrafen zwischen 10.000 bis 2,5 Millionen Peseten. Ja, weil das Gesetz seit 1992 nicht geändert wurde und die Geldstrafen noch in Peseten erhoben werden!

Zwischenzeitlich fordern die Tierschützer ein Staatsgesetz, das in homogener Form die Tierhaltung reguliert und exemplarische Urteile werden gefällt, die drastisch auf die abschreckende Wirkung der strafrechtlichen Folgen von Tierquälerei setzten. Niemand soll denken, dass das Vernachlässigen eine Tieres bis hin zum Tod durch Verdursten gratis ist... oder beinahe gratis.“


 

 

 

copyright Text: spanischehunde.de Anja Balland, Modúbar de la Empardada (Burgos)

übersetzt von la gazeta

copyright Bilder:  Cuerpo de Policía de Ibiza
 

Veröffentlichung auf spanischehunde.de: 27.03.2013