Erhängte Galgos und ausgesetzte Podencos
 

Am Donnerstag, dem 22. August wurde in Nambroca (Toledo) ein erhängter Galgo gefunden. Vor der noch bevorstehenden Jagdsaison ein „Einzelfall“, was sich allerdings schlagartig ändert, wenn sich das Frühjahr nähert. Dann wird es wieder zur Dauermeldung: in ganz Spanien werden Hunde an dünnen Schlingen um den Hals aufgehängt, so dass ihre Hinterbeine noch den Boden berühren und sie einen extrem langsamen, grausamen Tod erleiden.

Was mögen dass für Menschen sein, die ihren in Todesangst schreienden Hund so quälen? Möchten wir wirklich so jemanden kennen?

Bei gemütlichen Strandspaziergängen mit Hund trifft man an der Costa del Azahar vermeintliche Hundefreunde, die freudestrahlend erzählen, wie sie ihre Hunde zur Jagd nutzen. Wie nützlich Podencos sind, die kurvenreich hinter Niederwild herschiessen, Galgos die blitzschnell Hasen jagen oder Pinscherartige die sich um Kaninchen „kümmern“. Hier ist der Ausdruck ausnutzen sicher besser, denn wenn der Hund es nicht bringt, wird er abgeschafft.

Dabei wird sehr wohl gewertet: „Mein Podenco war ein toller Hund, er hat so toll angezeigt und dann hat ihn eine Kugel in den Kopf getroffen und er war tot. Ich habe mich gewundert, dass er nicht hinter dem Kaninchen her ist. So einen guten Jagdhund bekomme ich nicht wieder.“ Dieser „freundliche“ Nachbar hält seine Hunde in der Sierra Nevada in irgendeiner abgelegenen Finca. Sie sind weder gechipt noch sonstwie gekennzeichnet oder registriert. „Wenn sie wegrennen, dann gibt es eben einen weniger.“ sagt der nette Herr.... und wenn sie nicht wegrennen, dann werden sie eben aufgeknüpft, in eine Brunnen geworfen oder vergiftet wenn sie nicht mehr gebraucht werden.

Aber es gibt inzwischen gibt es auch in Spanien Menschen, die das sympathische ruhige Wesen von Galgos als Haushund zu schätzen wissen.

Schwieriger ist es mit Podencos. Die Tierheime sind voll mit diesen liebenswerten, sensiblen Hunden. Sie haben in Spanien kaum eine Chance auf Vermittlung: zu gross, zu lebhaft und mit dem „Unruf“ behaftet, unerziehbar zu sein. Und das ist sicher nicht wahr. Mit Geduld, Einfühlungsvermögen und Liebe kann auch ein Podenco ein wunderbarer Hundekumpel sein.

In vielen Perreras sind die Tage der eingelieferten Galgos und Podencos daher gezählt.... von ihren Menschen missbraucht, ausgenutzt und ausgesetzt, landen sie im Tierheim, um dann nach geltendem Recht vergast zu werden.


 

 

copyright Text:Dagmar L.Anders, spanischehunde.de 

 
 

Veröffentlichung auf spanischehunde.de: 19.11.2013