Stierkampf in Spanien - Muss man nicht gesehen haben
 
Es gibt keinen detaillierten Bericht, sondern nur so etwas, wie eine kleine Bilderschau mit Bildern, die ich etwa vor 3 Jahren machte. Allerdings nur von außen. Vom Geschehen in der Arena habe ich keine Fotos. Ich bekam in meinem 2. Jahr hier in Spanien von meinem spanischen Nachbarn eine Eintrittskarte geschenkt, der mir den Besuch sehr empfahl. "Musst Du gesehen haben! "Wichtige spanische Tradition!" und so weiter. Also habe ich mir das Ganze angetan. Es waren 6 Stiere, die dran glauben mussten. Nach dem 5. waren wir verschwunden. Es reichte.

Eine "Corrida" ist eine Show, nichts weiter. Ich musste unwillkürlich ans alte Rom denken, während ich auf den Rängen der Arena saß. Allerdings gibt es in diesen modernen "Spielen" fast immer nur einen Verlierer: Den Stier! Mir taten sie schon Leid, wenn sie kraftvoll, stolz aber auch furchtbar aufgeregt in die Arena getrieben wurden. Zuerst waren die Reiter dran. Sie machten den Stier müde und fügten ihm erste Verletzungen zu. Manchmal trifft es auch eines der Pferde. Das ist bedauerlich, denn sie sind meist teuer, aber letztendlich ersetzbar.
Wenn der Stier schon keucht, kommt der Torero in die Bahn stolziert, wirft sich in die Brust und fängt an den Stier zu beleidigen, verbal. Schade, dass der das gar nicht versteht. Dann würde er vielleicht öfter gewinnen.......

Dann gibt der Torero seine Vorstellung zum Besten. Jedes mal wenn er einen seinen Tanzschritte perfekt hinlegt gekonnt dem müden Stier ausweicht und dabei eine seiner "Stangen" in dessen Rücken sticht, schreit das Volk auf den Rängen "Ole!" Ein Flamencosänger dokumentiert das Geschehen live und mit getragener Stimme. Er macht jetzt schon den Mörder mit seinen Texten zum Helden.

Wenn alle "Stangen" in dem Stier stecken ist dieser völlig erschöpft und will nur noch eines: raus hier und weit, weit weg. Man sieht ihm den Schmerz an und den Blutverlust, spürt die völlige Hilflosigkeit und das Unverständnis über das, was ihm hier passiert. Manche Tiere hecheln mit heraushängender Zunge. Einige haben Probleme noch auf den Beinen zu bleiben, so sehr sind sie bereits geschwächt.

Jetzt bekommt der Torero seinen Degen, mit dem er den Stier ins Herz stechen soll und versteckt ihn hinter seinem roten Tuch. "Töte ihn schnell!" verlangt das Publikum, aber nur, wenn der Stier eine gute Show geboten hatte. Der Mann in der Arena versucht es und hat es nicht leicht. Oft macht der Stier mit letzter Kraft noch Ausfälle. Doch schließlich steckt der Degen in dem Tier. Wenn nichts passiert, was öfters vorkommt, muss der Torero den "Todesstich" wiederholen. Irgendwann bleibt der Stier liegen und wird von den Arena Gehilfen mit dem eigentlichen Todesstich erlöst. Manchmal wird es auch richtig ekelig. Nämlich dann, wenn der Torero nicht das Herz oder sonst etwas, sondern die Lunge trifft.

Dann schießt das Blut mit einem Schwall aus Maul und Nase des Stiers. Er taumelt verblutend und eine breite Blutspur hinter sich herziehen durch den Arenasand bis er zusammenbricht und nicht mehr hochkommt. Jetzt erst trauen sich die Helfer heran und beenden die stümperhafte "Arbeit" des "Helden der Arena" mit ihrem obligatorischen Stich ins Genick.

Die Stiere für den Kampf werden extra gezüchtet. "Geboren um zu sterben.", sagte mir einmal ein Spanier, der ein Verfechter des blutigen Schauspiels war. Ich konnte mir gerade noch einen ernsthafteren Streit mit dem schon ältere Mann verkneifen.

Nach dem eigentlich "Stierkampf" geht das "Gaudium" weiter. Nun werden Jungrinder und Kälber in die Arena getrieben und ganz "Mutige" dürfen mit den verstörten Tieren "spielen".

Erst nach einer Weile ist Schluss mit" lustig". Die Rinder werden weg getrieben und kommen zum Metzger, die Arena wird geschlossen. Bis das nächste Mal wieder zur "Corrida de Toros" aufgerufen wird.

Wer im übrigen glaubt ein Torero werde nicht am lebenden Objekt, sondern nur an Atrappen ausgebildet, der irrt gewaltig. Es gibt Schulen, in denen Stierkämpfer ausgebildet werden; und wenn man einmal ein großformatiges Foto auf dem ein Kind mit verkniffenen Gesicht ein völlig verängstigtes Kalb das mit einer Banderilla (obligatorische Stange mit Widerhaken) im Rücken panisch davon zulaufen versucht nach echter Torero Manier zum Kampf herausfordert, dann möchte man nur noch ..............!!!!!


Dabei ginge es auch so: hier klicken und DAS erfordert wirklich Mut und Können!

Es gibt eine legale Möglichkeit für Jeden gegen den Stierkampf zu protestieren. Schreiben Sie eine Mail an die spanischen Vertretungen in Deutschland, teilen sie in höflichen Worten Ihre Abneigung gegen den Stierkampf mit, bitten Sie um Einstellung des grausamen Spektakels und lassen Sie die Mail an den spanischen Präsidenten weiterleiten. Es besteht auch immer die Möglichkeit eine Petition zu schreiben und damit Unterschriften, auch weltweit, gegen den Stierkampf zu sammeln. hier klicken


 

 

copyright Text:Dagmar L.Anders, spanischehunde.de 

copyright Bilder: spanischehunde.de
 

Veröffentlichung auf spanischehunde.de: 15.10.2013

 

 

Auf in den Kampf  

Autogrammstunde eines Mö....

Ein "Held" wird auf den Schultern zum Auto getragen

Ende eines stolzen unschuldigen Lebens

Fertig zum Leichentransport. Dieses Gespann schleift den toten Stier aus der Arena.

Hier wurde vom Torrero die Lunge getroffen und nicht das Herz. Was soll`s! Kommt vor!

Nach dem Kampf. Ohne große Blessuren überstanden. Die Verletzungen der Kastensteigbügel sind deutlich zu erkennen.

Spiel mit dem Kalb

Spiel mit dem Kalb

The Show must go on!

Von den Pferden aus der Arena geschleift. Deutlich ist der Degen zu sehen, den noch im Stier steckt.